APIPA trotz fester IP-Adresse in virtuellen Umgebungen

Als ich mir eine neue virtuelle Testumgebung in VirtualBox aufbauen wollte, bin ich auf ein merkwürdiges Phänomen gestoßen. Meine VMs konnten nicht untereinander kommunizieren und die DNS-Namensauflösung funktioniere nicht, obwohl die IP-Konfiguration korrekt war. Das Problem war, dass die VMs trotz statischer IP-Adressen zusätzlich eine APIPA-Adresse zugewiesen bekamen. Wie man das Problem lösen kann, möchte ich hier kurz erklären.

Hinweis:
Getestet wurde dieser Artikel unter VirtualBox 5.1.8 mit Windows Server 2016 und Windows 10 als VMs.

Das Problem und dessen Auswirkung

Wie in der Einleitung erklärt, ist eine DNS-Namensauflösung und eine Kommunikation zwischen den VMs nicht möglich, da trotz fester IP-Adresse eine APIPA-Adresse vergeben wird. Das Problem scheint vermehrt in virtuellen Umgebungen in VirtualBox und VMware aufzutreten, in denen VMs untereinander und mit dem Host-Netzwerk kommunizieren sollen.

Lösung des Problems

Die zusätzliche APIPA-Adresse wird wohl deswegen vergeben, weil die VM meint, ihre IP-Adresse sei bereits vergeben. Das Problem lässt sich lösen, indem man dadtransmits (Anzahl von Übertragungen bei Erkennung doppelter Adressen) für die Netzwerkkarte der betroffenen VMs deaktiviert. Dazu öffnet man eine administrative Eingabeaufforderung und gibt folgenden Befehl ein:

netsh interface ipv4 show inter

Dort sucht man die Idx seiner Netzwerkverbindung heraus. Die Idx wird für den nächsten Befehl benötigt:

netsh interface ipv4 set interface Idx dadtransmits=0 store=persistent

Anschließend ist die VM neuzustarten.

Nach einem Neustart erhält die VM keine APIPA-Adresse mehr:

Auch eine Kommunikation ist wieder möglich:

Beitrag kommentieren

Bitte verfasse einen Kommentar.

Dein Kommentar wird vor der Freischaltung von einem Admin moderiert.